It's kili time...make the most of it!

Da wir uns nach langem Hin- und Her noch in Wien, aufgrund Zeitmangels, gegen die Besteigung des höchsten Berges von Afrika (Kilimanjaro) entschieden hatten wollten wir aber zumindest ein wenig Trekking am Fuße des Berges machen. Also kurzerhand mit Rajabu ausgemacht und los ging es. Gemeinsam mit ihm, mittlerweile schon 62jährig, jedoch bereits mehrmaliger Bezwinger des Kilis durchquerten wir den Regenwald und überwanden immerhin 1000 Höhenmeter um uns schlussendlich bei 2700m wiederzufinden. Mehr als doppelt so viel, nämlich 5895m und wir wären am höchsten Punkt Afrikas gewesen. Von den knapp 15.000 Touristen jährlich schaffen es knappe 30% ganz nach oben. Eine Leistung die aufgrund der Höhenluft sehr beeindruckend ist. Man sollte sich aber auch mindestens 5 Tage dafür Zeit nehmen.

Aber zurück zu uns. Nach sechs Stunden Trekking, bei leider bewölktem Himmel, über Stock und Stein, leichten Knieproblemen und beginnender Vorfreude auf den morgigen Muskelkater, brachte uns Raj zurück nach Himo, 20km von Moshi und unserem Hostel (übrigens mit sehr chilligem Balkon) entfernt. Trotz Angebotes mit uns mitzufahren, gingen wir das Risiko einer alleinigen “Busfahrt” spätabends ein. In Tansania ist es nämlich leider nicht ratsam in der Dunkelheit noch auf die Straßen zu gehen, zu hoch ist die Gefahr überfallen zu werden. Deswegen waren wir auch bisher kaum, und wenn nur kurz, im Internet. Fotos wird es aufgrund dessen leider wahrscheinlich erst nach Rückreise geben.

Die “Busfahrt” war dann auch sehr abenteuerlich. Zusammengepfercht wie Sardinen in einem Daladala (Sammeltaxi - meist Kleinbus Toyota Hiace) mit 30 (!) Einheimischen und einem Zuhälter (nur die Tür) rasten wir durch die immer mehr zunehmende Dunkelheit mit ungewissem Ausgang. Mit einigen Abdrücken von Knien, Ellbögen und diversen anderen Gliedmaßen der Mitfahrer erreichten wir jedoch sicher unser Ziel. Müde und erschöpft und nach einer kurzen Lesesession, fiel dann auch der Lichtschalter.

Am nächsten Tag ging es nämlich gleich wieder zurück nach Himo, da Rajabu uns zu sich nach Hause eingeladen hatte. Rajabu ist neben seiner Tätigkeit als Tourorganisator zusätzlich auch noch Unterstützer vom in seinem Dorf (ca. 3 km auf einem wilden Feldweg von Himo entfernt) erst relativ frisch gebautem “Krankenhaus” (deswegen unter Anführungszeichen, weil es nur ein einfaches Haus ist). Außerdem plant er gerade den Bau einer Krankenschwesternschule wofür er dringend noch Unterstützer braucht. Auch Medizin oder gebrauchtes Gewand ist herzlich willkommen und wird dringend benötigt. Bitte meldet euch bei uns, wenn ihr Interesse daran habt jemanden direkt vor Ort zu helfen. Ich leite euch gerne die Adresse weiter. Wir haben bereits 20kg getragene Kleidung bei unserer Reise mitgebracht (juhu, endlich nicht mehr schleppen müssen). Und bei unserem Besuch bereits einige Leute mit unserem Gewand gesehen. Sicher besser als es einfach in den Müll zu werfen.

Bei unserem knapp dreistündigem Besuch bei Rajabu’s 13köpfiger (inkl. Großmutter und Enkeln) Familie wurden wir sehr herzlich empfangen und sehr gut bekocht. Andi bekam sogar einen echt afrikanischen Kanga (afrikanisches Baumwolltuch) inklusive Einweisung in die Wickeltechnik geschenkt. So eine Gastfreundlichkeit, wie wir sie dort erlebt haben, findet man bei uns leider viel zu selten.

Da wir uns Moshi auch noch ein wenig anschauen wollten, düsten wir wieder zurück und nutzten die letzten hellen Stunden mit Herumwandern und ein wenig shoppen aus. Und zum Glück klarte der Himmel noch ein wenig auf und gab endlich den direkten Blick auf den Kilimanjaro frei, der uns bisher verwehrt geblieben war.

Gestern war dann wieder mal Busfahren angesagt, eine 8stündige Sektenfahrt mit Kirchenliedern und Predigten mussten wir überstehen um brainwashed wieder in Dar Es Salaam anzukommen, von wo aus wir heute mit der der Fähre nach Sansibar getuckert sind. Ganz anders als das bisher gesehene und leicht paradiesisch angehaucht. Aber mehr davon beim nächsten Mal….
Wien ist anders - Afrika auch…