In the jungle, the mighty jungle...

Unsere erste Tour in Peru führte uns direkt ins Amazonas-Tiefland in den Manu-Nationalpark. Früh morgens um 5 Uhr ging es bereits los. In einem Kleinbus zuletzt eingestiegen und dadurch ins hinterste Eck gezwängt, Gepäck auf dem Dach verankert, fuhren wir, insgesamt neun Stunden, über Stock und Stein bis in den Regenwald hinein. Diesmal hatten wir das “Vergnügen” mit einer Reisegruppe älterer Damen und Herren aus Slowenien, die nur mit sich selbst beschäftigt waren, im Bus zu sitzen. Zum Glück wurde das ganze durch ein sehr nettes junges spanisch-peruanisches Pärchen (Gaby und Jose) ein bisschen aufgelockert.

Der erste Stopp war in Paucartambo, ein kleines Dörfchen mitten in den Bergen, wo regelmäßig imposante Prozessionen mit tausenden Leuten (auch von weit weit her) stattfinden. Kurz ausgestiegen, Kloloch gecheckt, ein wenig herumgewandert, dabei auch eine Bäckerei für Brot und Meerschweinchen besucht, wieder eingestiegen und weiter bis zum Beginn des Manu-Nationalparks (auf 4000 m Seehöhe). Dort wechselte das Wetter innerhalb von zwei Sekunden von kühlem aber schönstem Sonnenschein in karger Landschaft zu bewölktem und stark nebeligem, aber sehr warmem Wetter im tiefsten Regenwald.

Geendet hat die Fahrt nach einigen kurzen Unterbrechungen per pedes bei unserer ersten, sehr einfach gehaltenen, aber sehr netten Lodge (San Pedro) mitten im Dschungel. Dort trafen wir auch auf den zweiten Teil unserer doch insgesamt sehr großen Gruppe (24 Leute). Gott sei Dank wurden wir ab dem nächsten Tag in drei kleinere Gruppen geteilt und somit von unseren slowenischen Freunden getrennt. Da hat´s uns ganz gut erwischt, wir hatten nämlich den besten Guide und die lustigste Gruppe (das spanische Pärchen und eine holländische Familie mit drei quirligen Mädels ein bisschen jünger , aber doppelt so groß wie wir). Zwischen Kolibris, Moskitos und anderem Getier, fast stromlos und an Warmwasser war natürlich nirgends zu denken, verbrachten wir eine kurze Nacht unterm Moskitonetz. Mit No-Bite gut ausgerüstet schmeckten wir übrigens während der ganzen Tour nur einer Handvoll Moskitos und Mücken. Das sollte sich bei unserer nächsten Tour noch schlagartig ändern…

Am zweiten Tag ging es gleich mit einer kleinen Wanderung los, wo uns Thomas unser Guide in die Tier- und Pflanzenwelt Peru´s einführte. Er hat es doch, unter anderem, glatt geschafft, Vögel aus einem Kilometer Entfernung genau zu bestimmen und sie uns mit seiner Vogelfibel dank Foto näherzubringen. Thomas wusste sogar auch alle Geräusche der Tiere hier zuzuordnen, war für alle Fragen offen und engagiert, und war selbst fast mehr begeistert als wir. Wir wurden echt zu richtigen Vögel-Experten (*grins*)!

Next Stop - Coca-Plantage…nach einigen Sniffs und Know-How-To-Do´s ging es leicht berauscht zum Höhepunkt des Tages über: Rafting im Koshnipata-River, ein Fluss, der in Brasilien in den Amazonas fließt. Im Wasser mit Piranhas gebadet, von den Klippen auf Krokodile gesprungen und schlussendlich in ein Boot umgestiegen, um in unserer zweiten Lodge im Safari-Stil direkt am Fluss, zu landen. Später durchstreiften wir mit Taschenlampen bewaffnet, im Stockdunklen bei leichtem Regenfall den angrenzenden Urwald. Ruhig und ohne mit der Wimper zu zucken entdeckte und erklärte uns Thomas die Spinne, die aussieht wie ein Ast, die Big-Ants, die bei Biss zu höllischen Schmerzen und Lähmungserscheinungen führen, Affen die sich von Baum zu Baum schwingen, Frösche, die im Dunklen leuchten, Kolibris und bunte Papageien…usw.

Wie immer frühmorgens (diesmal sogar 4 Uhr) und gestärkt durch ein traumhaftes Früchte-Frühstück ging es am dritten Tag zum Papageien-Schauen. Das war nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Aus wieder einmal ein Kilometer Entfernung konnten wir genau nichts, naja, durchs Fernglas ein bisschen, viele Papageien “nicht” beobachten. Aber gehört haben wir sie gut, immerhin…

Danach gab’s wieder einen Höhepunkt, das Canopy-Zip-Down, wo wir mitten durch den Dschungel ala Tarzan, nur mit Drahtseil, in 40m Höhe von Plattform zu Plattform (hoch in den Bäumen befestigt) schwangen. Einfach nur geil!!!
Zur Abkühlung erfrischten wir uns später im Madre del Rios River gleich bei unserer Lodge. Nachmittags besuchten wir dann noch einen sehr netten ruhigen See inklusive Floss-Fahrt und beendeten den Abend lustig mit Kartenspielen und netten Gesprächen.
Mit dem Wetter hatten wir die ganze Zeit echt Glück, abgesehen von einem kurzen heftigen Regenguss blieb das Feuchtgebiet “trocken”. Erst in unserer letzten Nacht schiffte es drauf los und hörte bis wir wieder weg waren nicht mehr auf. Und wenn der Regenwald immer noch steht, dann schifft es auch noch heute…

Der Strand unserer Lodge und der Fluss waren in der Früh nicht wiederzufinden bzw. wiederzuerkennen. Nach leicht feuchter Boots- und abermals langer Busfahrt erreichten wir spätabends wieder Cusco und trafen dort wieder unsere alten (Katharina und Johannes) und neuen (Jordan und Adele aus Kanada) Freunde, um am nächsten Tag, weil´s so schön war, gleich unsere nächste viertägige Tour zu starten.
Aber das ist eine andere Geschichte…