Südamerika - endlich...

Ein Jahr nach unserer letzten längeren Reise war es wieder soweit, wir machten uns auf den Weg in ein fremdes Land. Und dann auch noch endlich Südamerika, Peter`s langgehegter Traum. Aber einfach so hinfliegen gibt’s natürlich nicht. Bei unserer Weltreise haben wir in Kuba Johannes und Katharina (ebenfalls aus Wien) kennengelernt, die sich mittlerweile ebenfalls auf Weltreise befinden. Seit ganzen elf Monaten sind sie schon unterwegs. Und wie versprochen und ausgemacht nutzten wir die Gelegenheit uns mit ihnen in Südamerika zu treffen und mit ihnen gemeinsam Peru und Teile Boliviens zu bereisen. Die ersten drei Wochen zumindest, die letzten eineinhalb Wochen werden wir uns dann alleine vergnügen und den Norden Peru`s unsicher machen. Wenn es euch interessiert was die beiden bisher so erlebt haben oder einfach unsere Reise aus einer anderen Sicht sehen wollt, dann schaut einfach auf ihrer Homepage (http://www.burg-stein.at) vorbei. Unsere “Adeligen” freuen sich über jeden Besuch. *g*

So, aber jetzt endlich zu unserer Reise:
Relativ gut vorbereitet, aber doch etwas durch den Wind, da Julia erst einen Tag vorher aus Italien zurückkam, brachte uns meine Schwester Manuela, wie immer, zum Flughafen. Nach einem 3-Stunden-Flug nach Madrid und einem 12-Stunden Flug nach Peru kamen wir frühmorgens in Lima an. Und dann waren wir schnell wieder in unserem alten Reisetrott. Am Flughafen angekommen, ein paar lästige Taxi- und Busfahrer abschütteln und sich erst einmal einen Überblick verschaffen. Shuttle-Bus oder doch lieber Taxi? U-Bahnen und dergleichen gibt es in Peru nicht.
Und natürlich muss man sich schnell an die Währung (Soles) gewöhnen, um ein Gefühl für die Preise zu bekommen. Dem Spanischen sind wir zwar nicht mächtig, aber vereinzelte Phrasen, Worte und Zahlen sind kein Problem.

Auf jeden Fall schafften wir es einen Taxifahrer so runterzuhandeln, dass wir im Endeffekt recht billig in die Stadt gekommen sind. Erster Eindruck von Lima während der Fahrt: Wetter leicht regnerisch, 20 Grad, außerhalb von der City sehr dreckig und verarmt und der Verkehr…tja, wie in vielen anderen Ländern. Hupen, wild herumkurven, Augen zu und durch.

Nach knapp 30 Minuten landeten wir dann bei unserem einzigen bereits im Voraus gebuchten Hostel. Und wer wankte uns da plötzlich mit verschlafenem Blick beim Check-In entgegen? Katharina und Johannes, die sich, wie wir natürlich auch, sehr freuten uns endlich wieder zu sehen. Dann folgten lange Gespräche über alles Mögliche um sich dann fürs erste in einem Cafe wiederzufinden. Gemeinsam mit Andreas und Agnes (http://www.64000kmtogo.blogspot.com), einem weiteren Traveller-Pärchen, die ihren letzten Tag in Lima verbrachten, ging es dann zu sechst los um ein wenig die Stadt zu erkunden. Wir sind ja nicht nur zum Plaudern hier, dazu haben wir noch genug Zeit. Unser Hostel befand sich übrigens in Miraflores, dem eigentlichen Stadtzentrum und schönsten Stadtteil, nach der Altstadt. Wir verbrachten den ganzen Tag mit herumbummeln, fotografieren und natürlich sehr gut essen gehen. Endlich wieder frische Meeresfrüchte und Fische! Juhu! An diesem Abend gab es Ceviche, ein kaltes rohes Fischgericht. Sehr gut für Peter, aber leider hat auch da der Koriander Julia wieder eingeholt. Auf andere peruanische Spezialitäten werden wir noch ein anderes Mal zu sprechen kommen. *g*

Zweiter Tag war Altstadt-Sightseeing angesagt. Sehr schöne alte Häuser im Kolonialstil und einige Kirchen. Auffallend waren die überall (auch außerhalb der Altstadt) massenhaft vorkommenden Polizisten, gut ausgerüstet mit Puffn und Schlagstock. Wir fühlen uns also absolut sicher, man braucht keine Angst haben, wenn man sich angemessen und überlegt, wie wir, verhält. Katharina und Johannes unsere knapp 2-Meter-Bodyguards tun ihr übriges dazu. Achja, Johannes, den einen Peruaner hättest du nicht so zurichten müssen…er wollte doch nur nach dem Weg fragen….

Weiters folgte eine aufregende 1-Stunden-”Fahrt” rund um den Hauptplatz, um eigentlich Richtung Cerro San Cristobal (Hausberg) zu cruisen, und einen schönen Ausblick über die Stadt zu bekommen. In Peru ist es nämlich leider sehr oft üblich, mithilfe von Collectivos (Sammeltaxis) ein Ziel zu erreichen. Sollte nur 10 Minuten dauern, war dann aber doch länger… wir haben auf den Berg und seine Aussicht verzichtet und sind schimpfend ausgestiegen. Wir zahlen doch keine 5 Soles (knapp 1 Euro) für ein einstündiges “Ringelspiel”. Alternativ sind wir dann einfach gemütlich durch die Altstadt geschlendert und haben einen Jugo de Fresas geschlürft…ein Traum!!!

Am nächsten Tag verließen wir Lima und fuhren mit einem Bus nach Nazca. Durch Wüste und an der Küste entlang führte uns der Weg gen Süden um sich dort die berühmten Nazca-Linien anzusehen. Bei diesen Scharrbildern handelt es sich um gigantische Bodenzeichnungen, die in Form geometrischer Muster oder Abbildungen von Tieren, Pflanzen und Menschen auf einer Fläche von ca. 450 km2 vor ca. 2000 Jahren in den Wüstensand geritzt wurden. Sehr beeindruckend und nur per Klein-Cessna aus der Luft in voller Pracht zu bewundern…

In Nazca angekommen (und ein Handy weniger, weil verloren *seufz*), versuchten wir gleich mal einen Bus nach Cusco zu reservieren. Leider ist gerade Ferienzeit und somit Hauptreisezeit, deswegen bekamen wir leider erst drei Tage später einen Bus. Dadurch wurden wir “gezwungen” Nazca, eine nicht so aufregende Stadt, näher kennen zu lernen.

Wir nutzten die Gelegenheit um uns natürlich die Nazca-Linien anzuschauen, per Flugzeug in die Galaxies (Kotzgefahr inklusive…aber wir doch nicht!) und nochmals per Aussichtsturm bestaunt. Weiters besuchten wir einen alten (logisch) Inka-Friedhof in der sengenden Mittagshitze…hat auch seinen Reiz. Das Wetter in Nazca ist übrigens ein Traum. Untertags sonnig, kaum Wolken, sehr heiß, aber angenehm windig…3-Wetter-Taft lässt grüßen…dafür in der Nacht doch sehr kühl, aber klar, somit angenehm zum Schlafen…

Einen kleinen Zwischenfall gab es dann doch noch. Unser erstes gebuchtes Hostel in Nazca war plötzlich der Meinung unsere Buchung aufzulösen (irgendwie ein Missverständnis bezüglich der Anzahl der Übernachtungen). Dank dessen wurden wir kostengünstig kurzerhand in ein supertolles Hotel umquartiert. Für peruanische Verhältnisse ein Traum. Die Dachterrasse ist der Wahnsinn und die “Bewohner” mussten mit uns vieren doch zwei lautere Nächte überstehen. Wizard, Wein und gutes Essen lässt so manche Nacht vergessen! Gestern eroberten wir sogar zwei einheimische Discotheken und mussten uns “bewundern” lassen. Hier war sogar Julia die Größte… *g*

Heute geht es über Nacht (14 Stunden) per Bus weiter nach Cusco (3400m Höhe, Anden), wo wir freiwillig einige Tage mehr verbringen, weil es dort einiges zu sehen und erleben (unter anderem auch den peruanischen Nationalfeiertag am 28. Juli) gibt. Nach ein paar Tagen Höhenanpassung, Koka-Tee und sonstigen Drogen werden wir wahrscheinlich auch eine Trekking-Tour machen. Das war’s vorerst, wir melden uns von dort dann wieder.
Hasta luego amigos!