Safari - die Suche nach den Big Five oder Dangerous Six

Nach einer 11stündigen Busfahrt, die durch den sympathischen Österreicher Franko, mit langen Gesprächen verkürzt wurde, erreichten wir spätabends Arusha. Überfallen durch wildgewordene Taxifahrer kämpften wir uns zu unserem Gepäck und danach, dank Rajabu, unseren Tourorganisator, zu einem sicheren Taxi, welches uns direkt zu unserer nächsten Absteige brachte. Wobei Absteige leicht untertrieben war, wir hatten sogar eine Magnetkarte statt eines Schlüssels, dafür aber auch ein paar Stromausfälle. Nach einem kurzen Abendessen bei dem bereits zum dritten Mal die Rechnung direkt an Andi statt an den Mann am Tisch ging (was für ein Paradies für Emanzen…) ging es am nächsten Tag aber endlich los…. SAFARI!!!

Tag 1 - Zebra kaputt
Gemeinsam mit Emanuel, unserem jungen lustigen Fahrer und Guide (und ich denke Ganjafarmer), mit Yussuf, unserem Koch und Abi, einem Israeli, der sich unserer Gruppe anschloss, ging es zu unserem ersten Ziel - dem Tarangire Nationalpark (2600 km2, in etwa die Größe von Luxemburg).
Eine Safari ist im Endeffekt nichts anderes als ein wildes Herumkurven über die “Straßen” die den Nationalpark durchqueren, unterstützt durch per Funk durchgegebene Tiersichtungen. Alle Safariveranstalter kommunizieren wie wild ihre Sichtungen und die anderen bewegen sich dorthin. Natürlich nur in besonderen Fällen, denn Tiere gibt es wirklich massenhaft. Wirklich atemberaubend die Tiere die man sonst bestenfalls hinter Gittern sieht in freier Wildbahn zu bewundern. Von Giraffen, Elefanten, Zebras, Gnus, Gazellen, Antilopen, Büffeln usw. ist wirklich alles in massenhafter Ausführung zu sehen. Das Highlight des Tages war dann auch ein Löwe der gerade ein Zebra gekillt hatte (Funkspruch: “There’s a killing!). Das alles ist wirklich schwer zu beschreiben, aber vielleicht können die hoffentlich bald kommenden Fotos, das besser rüberbringen. Mit Fernglas und Kamera bewaffnet versucht man natürlich alles so gut wie möglich festzuhalten. Entweder für den analogen (Gehirn) oder den digitalen Speicher. Übernachtet haben wir dann auf einem Campingplatz, sogar mit Pool, auf dem Weg zum nächsten Ziel.

Tag 2 - Kamera kaputt
Frühmorgens um 7 Uhr ging es auf zum Serengeti Nationalpark (14.764 km2). Dorthin ging es über einen ewig langen klo- bzw. blasenfördernden Feldweg. Durchs absolute Nirwana, Steppe fast ohne Bäume, erreicht man irgendwann die Einfahrt (jedoch ohne Zaun rundherum) in die Serengeti, den letzten Schauplatz der einzigen verbliebenden intakten Tierwanderung. Im Gegensatz zu Tarangire, der hügelig und mit vielen Akazien- und Baobabbäumen (Affenbrotbaum) gefüllt ist, ist die Serengeti zum Großteil relativ kahl. Die Tiere sind also, falls groß genug, bereits aus der Entfernung zu erspähen. Während der Safari verweigerte leider der Autofokus meiner Kamera den Dienst, aber gut, auch manuell lässt es sich fokussieren, etwas Oldschool und aufwändiger aber was soll’s. Think positive! Hauptsache sie geht überhaupt noch, wäre sonst etwas ungünstig gewesen. Nach einem Game Drive (Abend- oder Nachtfahrt) bei dem wir auch endlich Hippos (Flusspferde) sehen konnten, übernachteten wir mitten in der Serengeti auf einem Campingplatz. Yussuf, unser Koch, zauberte uns wieder ein 5-Gänge-Menü und wir legten uns vollgefressen hin.

Tag 3 - Auto kaputt
Nachdem wir auf unserer Fahrt durch die Botanik schon mehrere liegengebliebene Fahrzeuge gesehen hatten, erreichte uns leider bei der “Rückreise” das gleiche Schicksal. Aber wir hatten ja Emanuel alias McGyver dabei. Der Kühler verabschiedete sich auf der wilden Straße bzw. meinte er ein Leck produzieren zu müssen. Jetzt musste unser Frühstück daran glauben. Zuerst verschwanden Teebeutel und danach auch noch rohe Eier im Kühler. Das brachte uns zumindest noch bis zu einer Zwischenstation. Dort wechselten wir nach einigen Versuchen unseres Guides kurzerhand in einen Toyota Landcruiser besetzt mit drei Belgiern und setzten, während fleißig repariert wurde, unsere Fahrt zum Ngorongoro Krater fort. 25.000 bis 30.000 Tiere leben hier umschlossen von Kraterwänden auf knapp 304 km2. Dort erspähten wir dann endlich auch ein Nashorn. Die Big Five (Elefant, Büffel, Loewe, Nashorn und Leopard) und die Dangerous Six (zusätzlich noch Flusspferd) verpassten wir dank fehlender großer Katze knapp. Trotzdem war es ein besonderes Erlebnis. “Der König der Löwen” lässt grüßen.
Nach dem Verlassen des Kraters tauchte auch unser repariertes Auto wieder auf und wir wechselten kurzerhand wieder das Gefährt. Übernachtet wurde wieder auf unserem ersten Campingplatz.

Tag 4 - nix kaputt
Heute sind wir nach einem kurzen Besuch in einem echten Massai-Dorf und einem Snake Park nach Moshi gefahren wo wir uns momentan aufhalten und von hier aus morgen noch ein eintägiges Kilimanjaro-Trekking unternehmen werden. Natürlich nicht ganz rauf, aber zumindest in der Gegend, da gibt es auch einiges zu sehen.
Fotos gibt es noch keine, ich bin froh, wenn ich den Bericht hier irgendwie online bekomme, aber vielleicht finden wir ja noch eine schnellere Verbindung.