Also gut, bleiben wir hier

Der vierte Inkaherrscher Mayta Capac rief die Worte “Are que pay”, übersetzt “Also gut, bleiben wir hier”, als er an dem heutigen Ort der Stadt Arequipa gestanden sein soll. Das tun wir auch, und durften heute, am 15. August, sogar beim 469. Gründungstag der Stadt dabei sein. Ein großes Spektakel mit Strassenumzügen und massenhaft Leuten, die Party gemacht haben, und wir mitten drin…
Arequipa wird auch die weiße Stadt genannt, weil sie am Fuße von drei Vulkanen (Misti, Chachani, Pichu Pichu) liegt und mehrheitlich aus der Asche ebendieser erbaut wurde. Zusätzlich zu der täglich berechtigten Angst vor Vulkanausbrüchen kommt auch noch eine stark erhöhte Erdbebengefahr dazu. Was für eine tolle Lebensumgebung! Aber der Reihe nach…

Zuerst einmal ein kleiner Nachtrag zu unserem letzten Bericht. Da haben wir doch glatt vergessen zu erwähnen, dass wir in Puno endlich ein Cuy (Meerschweinchen) probiert haben. Ist zwar nicht viel dran, schmeckt aber wie Huhn, also eigentlich sehr gut, obwohl man sich bei dem lieben Anblick schon etwas überwinden muss. Alpaca (eine Lamaart) haben wir auch schon probiert, das schmeckt eher wie Wild, also nicht so gut.

Nach einer superchilligen Busfahrt mit hochgelagerten Füßen, erreichten wir spät in der Nacht Arequipa. Sofort mit dem Taxi zum Hostel und ein bisschen geschlafen, damit wir am nächsten Tag genug Zeit haben, um die Stadt zu erkunden. Dank unserer offenen und engagierten holländischen Hostel-Eigentümerin Alex haben wir auch gleich unsere nächsten Bustickets, unsere nächste Tour gecheckt und uns in die Stadt führen lassen.

In Arequipa haben wir uns dann das wirklich sehenswerte Kloster Santa Catalina (obwohl wir ja eher nicht so die Klostergeher sind), welches eine kleine Stadt (20.000m2) in sich, mit eigenen Straßennamen ist, angesehen. Da haben sich doch glatt noch 30 Ordensschwestern gefunden, die das ganze heute noch aufrechterhalten!

Weiters haben wir uns das Anden-Inka-Museum angeschaut, in welchem die perfekt erhaltene Mumie “Juanita” ausgestellt ist, die 1995 an den Gletscherhängen des Nevado Ampato gefunden wurde. “Juanita”, ein kleines 13-14jaehriges Inkamädchen, wurde damals, wie so viele andere, den Göttern geopfert um sie milde zu stimmen. Und sogar die Grabbeigaben haben sie in einem ausgezeichneten Zustand bergen können. Echt faszinierend!

Am nächsten Tag, wie immer ganz früh, wurden wir mit einem Kleinbus abgeholt und düsten quer durch die Anden Richtung Colca Canyon. Der Colca Canyon stellt mit 3400m Tiefe sogar den Grand Canyon in den Schatten, nur weiß das halt keiner. Das Besondere an diesem Canyon ist aber gar nicht der Canyon an sich, sondern die einmalige Gelegenheit, frei lebende Kondore aus nächster Nähe beobachten zu können.
Zuerst führte uns unser “Ausflug” aber noch durch einige kleinere Dörfer, an Lama-, Alpaca-, und Vicunjaherden vorbei, und über den höchsten Punkt (4910m!) unseres bisherigen Lebens. Ganz schön dünne Luft da oben, aber mit Koka zugedröhnt, war auch das ein Kinkerlitzchen!
Den Kondoren beim Segeln zuzuschauen, ist schon sehr beeindruckend, zumindest wenn man es geschafft hat, sich an den Massen an Touristen vorbeizudrängeln, um dann endlich in Ruhe hunderttausend Fotos machen zu können. Eine klitzekleine Auswahl dazu, (war schwer genug) ist bei den neuesten Fotos dabei.

Heute ziehen wir weiter zu unserer letzten Station vor unserem Rückflug von Lima. Huacachina, eine kleine Oase mitten in der Wüste, lädt uns noch kurz zum Sandspielen und Chillen ein. Das wollen wir uns natürlich nicht nehmen lassen…