And the oscar goes to...

…The Departed (Gangsterdrama), naja, zumindest der für den besten Film. Regiegott Martin Scorsese hat jetzt auch endlich seinen Oscar und sogar Al Gore hat einen bekommen! *grins* Aber wo waren Angelina Jolie und Brad Pitt? Frechheit, da ist man einmal in L.A. und die beiden lassen sich nicht blicken… *grr*
Aber die Oscar-Verleihung war wie immer ein wunderbares Vergnügen, nur diesmal tausendmal besser, weil vor Ort und nicht mit massenhaft Red-Bull und Kaffee bewaffnet, um sich wach zu halten.

Schon am Vormittag machten wir uns auf den Weg, der ja nicht so weit war, zum Kodak Theatre. Nachdem wir die Polizeikontrolle überwunden hatten, schafften wir es bis direkt gegenüber des roten Teppichs. Dort verbrachten wir ganze vier Stunden mit anderen Verrückten, dicht gedrängt inklusive Weiber-Schlägerei um die besten Plätze. Die Absperrungen und das Polizeiaufgebot (sogar Scharfschützen am Dach) waren echt fast zum Fürchten, rund um das Kodak Theatre war natürlich alles abgesperrt. Nach langem Überlegen, weil wir hatten ja Tickets fürs ägyptische Theater (dort hat übrigens die allererste Oscar-Verleihung überhaupt stattgefunden), entschlossen wir uns schweren Herzens, unsere halbwegs guten Plätze aufzugeben, um das Buffet auszunutzen und vor allem die genauen Vorberichte (sind ja in Amerika viel ausführlicher) und die Stars am roten Teppich besser und mit Ton verfolgen zu können.
Ellen DeGeneres moderierte heuer die Oscars erstmals und war wirklich gut und ziemlich witzig. Das Ticket für unsere “Oscar-Nacht” hat sich wirklich ausgezahlt. Abgesehen vom Riesen-Buffet (für jeden nominierten Film gab es das dazu passende Essen), Gratis-Getränke (ja, auch Alkohol) und Popcorn, bekamen wir am Schluss sogar Geschenke! Peter hat die 4er-DVD-Special-Edition von BenHur und ein Film T-Shirt abgeräumt, während Julia die DVD “Good Night and Good Luck” und eine Musik-CD bekommen hat. Und das alles für nur 20 Dollar! Unglaublich, nicht?

Kurz sind wir noch einmal zurück zum roten Teppich marschiert, um noch ein paar Limousinen und aufgetakelte Leute zu erspähen. Danach ging es müde, aber sehr zufrieden heimwärts…

Am Vortag haben wir unsere geplante L.A.-Tour gemacht. Diese führte uns zum bekannten Hollywood-Sign im Griffith Park, nach Downtown, zum Santa-Monica-Pier und Venice-Beach, nach Beverly Hills und den Häusern vieler Berühmtheiten (außer einem Tor und einem Dach hat man halt oft nicht viel gesehen, aber trotzdem war’s schon irgendwie cool *grins*), dem Rodeo-Drive (DIE Einkaufsstraße der Stars) und dem Sunset-Strip (die Weggehmeile). Hat sich auf jeden Fall ausgezahlt, weil es in L.A. verdammt schwierig ist, aufgrund der nicht gerade perfekten Infrastruktur, von A nach B zu kommen. Ohne Auto ist man fast verloren, obwohl wir die Metro sehr ausgiebig nützen. Am Abend genossen wir noch ein Gratis-Barbecue mit Wein und Pool-Billard in unserem Hostel um dann gemütlich einzuschlummern…

Disney-Land war auch ein Highlight der letzten Tage! Obwohl wir ganze 2 Stunden gebraucht haben um öffentlich hinzukommen, war es den Weg wert und verbrachten den ganzen Tag mit Mickey Maus und Co. Die Achterbahn (Wahnsinn, mit Red Hot Chili Peppers während der Fahrt geht’s noch schneller!) mit Looping war schon toll, aber die Hi-Tech-Attraktionen (4D-Kino, Flugsimulatoren und dergleichen) waren der Hammer (tolle Ideen, gut umgesetzt). Am witzigsten war die Buzz-Lightyear-Fahrt (von Toy Story), bei der man in einem Gefährt mit Laserwaffe in der Hand durchs Comic-Land fährt, und versucht, Zielscheiben zu treffen. Und das Ganze mit Punktezähler, anschließender High-Score-Liste und Foto im Internet zum Abrufen. Das macht gleich noch viel mehr Spaß! Zum Abschluss gab’s dann noch die Parade mit vielen Disney-Figuren und Musik. Ein wirklich lustiger Tag!

Abgesehen von vielen “Wanderungen” (nützt leider auch nichts gegen die paar zugenommenen Kilos bei dem Fast-Food-Essen hier) durch L.A., besuchten wir auch noch das Hollywood-Museum mit Original-Zellen-Drehort von “Das Schweigen der Lämmer” und vielen abertausenden Kostümen, Fotos, Filmutensilien und Fakten rund um Hollywoods Filmindustrie seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Sogar ein Bademantel mit Erdnussbutter-Fleck von Elvis Presley und Rockys Handschuhe waren dort zu finden. Echt schön, mit welcher Liebe und Sorgfalt hier Dinge zusammengetragen und ausgestellt wurden…

Da wir leider keine Tickets für das Musical “Wicked” bekommen haben, sind wir halt einfach nochmal ins Kino gegangen und haben uns die Komödie “Norbit” mit Eddie Murphy angesehen, in der er wieder einmal viele verschiedene Rollen übernimmt.
Die Universal Studios haben uns übrigens so gut gefallen, dass wir ihnen heute gleich nochmal einen Kurzbesuch abgestattet haben. Nein, wir haben nicht schon wieder gezahlt, wir haben ein Kombi-Ticket mit Sea-World in San Diego, mit dem wir 14 Tage beides besuchen können. Also haben wir das ausgenutzt und sind noch zweimal mit der Mumien-Achterbahn gefahren und haben die interessante Studio-Tour noch einmal gemacht. *grins* Dadurch haben wir jetzt auch gleich noch bessere Fotos und bei schönem Wetter machen können.

Morgen geht es dann mit dem Zug ab nach San Diego, wo wir aber nur drei Tage verbringen werden. Dann kämpfen wir uns irgendwie über die Grenze nach Tijuana (Mexiko), nehmen dort einen Billigflug nach Mexiko City und treffen am Flughafen auf Moritz (Julia’s Cousin), der uns drei Wochen durch Mexiko begleiten wird. Freuen uns schon sehr auch mal wieder ein anderes bekanntes Gesicht zu sehen!
Da wir ja, wie schon mal angemerkt, auf Guatemala und Belize verzichten müssen, haben wir uns jetzt entschieden und gleich gebucht. Und zwar geht es die letzten drei Wochen unserer Reise nach Kuba, vorausgesetzt wir bekommen noch ein Visum, aber das wird schon klappen…